Gichtprophylaxe

Gicht RIsiko Behandlung

Harnsäure-Senkung mit Urikostatika

Die Einleitung einer medikamentösen harnsäuresenkenden Therapie durch Allopurinol oder Febuxostat erfordert besondere Aufmerksamkeit, da sonst eine vermehrte Häufigkeit von akuten Gichtanfällen zu Beginn der Therapie auftreten. Das vor allem, wenn keine entsprechenden vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden.

Die mögliche Zunahme von Gichtanfällen zu Beginn einer harnsäuresenkenden Therapie erklärt sich dadurch, dass es unter der medikamentösen Senkung des Serumharnsäurespiegels durch Allopurinol oder Febuxostat zu einer Verkleinerung der Harnsäuredepots in den Geweben kommt. Diese sitzen dann nicht mehr so fest in dem sie umgebenden Gewebe und können leichter in die freie Gelenkhöhle hineinfallen. Dort lösen sie dann als Folge der guten Wirksamkeit der harnsäuresenkenden Therapie einen akuten Gichtanfall aus. Dies kann man allerdings nur verstehen, wenn man weiß, dass Urikostatika als harnsäuresenkenden Substanzen zwar den Harnsäurespiegel gut senken können, bei der Behandlung des akuten Gichtanfalls selber völlig unwirksam sind.

Uristatika im akuten Gichtanfall

Setzt man Allopurinol und Febuxostat als Urikostatika ein, so blockieren diese den Abbau von Purinen zu Harnsäure. Im Gegensatz zu Allopurinol ist für Febuxostat keine Dosisanpassung bei leichter Niereninsuffizienz nötig, d.h. das Interaktionspotenzial ist geringer. Auch wurden bislang unter Febuxostat keine der unter Allopurinol gefürchteten lebensbedrohlichen Hautreaktionen beobachtet. Gemäß von zwei Zulassungsstudien senkte statistisch Febuxostat signifikant den Harnsäurespiegel besser als Allopurinol.

Beide Urikostatika hemmen das Enzym Xanthinoxidase und so den Umbau von Purinen über die Zwischenstufen Hypoxanthin und Xanthin in Harnsäure. Febuxostat greift darüber hinaus jedoch therapeutisch auch in eine Hyperurikämie, die bereits zu Uratablagerungen geführt hat. Dieser Wirkstoff hemmt demnach die Xanthinoxidase, sowohl in der reduzierten als auch in der oxidierten Form. Allopurinol greift dagegen nur die reduzierte Form des Enzyms an.

Bei der Therapie mit Febuxostat und Allopurinol ist zu beachten, dass sie selbst Gichtanfälle hervorrufen können, wenn eine Behandlung nach einem akuten Gichtanfall bis zu sechs Monaten nicht abgewartet wird. In dieser Zeit wird empfohlen mit niedrig dosiertem Colchicin (0,5-1,0 mg/die) einem Gichtanfall vorzubeugen. Nach neueren Erkenntnissen kann prophylaktisch auch ein hoch konzentrierter Saft der Montmorency-Sauerkirsche zusätzlich eingesetzt werden.

Das heißt gesamt gesehen, dass man umso vorsichtiger Allopurinol und Febuxostat therapeutisch einsetzt, je höher die Harnsäurewerte im Blut sind. So paradox es auch erscheinen kann.

Erhöhte Harnsäurewerte unter Softdrinks

Beachtenswert ist, dass bei einer Grillparty immer mit einer Erhöhung der Harnsäurewerte zu rechnen ist. Dahinter steht, dass über die enterale Resorption von Purinen aus der Bratwurst diese entsprechend in Harnsäure umgewandelt werden. Bier trägt gleichfalls in doppeltem Sinne zur Erhöhung des Serum-Harnsäurespiegel bei. Das resultiert einerseits aus beträchtlichen Mengen an Guanosin, einer Substanz in der Bierhefe. Guanosin ist ein Nukleosid aus der Base Guanin und dem Zucker ß-D-Ribose. Gleichzeitig vermindert der Alkohol im Bier eventuell die genetisch ohnehin schon reduzierte renale Ausscheidung von Harnsäure.

Wer jedoch bei einer Grillparty auf das Gegrillte und das Bier verzichtet, kommt nicht besser weg, wenn er lieber Cuba Libre trinkt. Demnach vermehrt Fruchtzucker in größeren Mengen gleichfalls die Harnsäure im Blut, wie sie derart leicht auch in Softdrinks enthalten sein können.

Fruchtzucker bewirkt darüber hinaus auch eine Blutdrucksteigerung und Senkung der Pulszahl. Weiterhin treten u.U. Fettstoffwechselstörungen auf. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass Fruktose z.T.in Fett umgewandelt wird, und weiterhin Lipidablagerungen im viszeralen Fettgewebe begünstigt.

 

Szl/21.01.2014

 

Author: Herr. Dr. Schwarzl

 

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