Wer einen Gichtanfall erlebt hat, weiß, wie plötzlich und intensiv die Schmerzen auftreten können: Das betroffene Gelenk wird heiß, schwillt an und schränkt die Beweglichkeit stark ein. Solche Anfälle verdeutlichen, wie entscheidend ein bewusster Umgang mit Ernährung bei Gicht ist. Wer bestimmte Lebensmittel gezielt wählt oder meidet, kann die Häufigkeit und Schwere der Beschwerden spürbar beeinflussen.
In diesem Artikel erfahren Sie praxisnah und fundiert, wie Ernährung Gicht beeinflusst, welche Mythen Sie vergessen können sowie welche Lebensmittel problematisch sind. Zudem zeigen wir einfache Strategien, die langfristig zu spürbaren Verbesserungen führen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Gicht entsteht durch zu viel Harnsäure im Blut, vor allem durch Purine aus der Nahrung.
- Bestimmte Diätformen, wie die DASH-Diät, bieten eine gute Grundlage für eine gichtfreundliche Ernährung.
- Die Montmorency-Sauerkirsche zeigt in Studien vielversprechende Ergebnisse als ergänzende Maßnahme
Inhaltsverzeichnis
Warum Ernährung bei Gicht so entscheidend ist
Gicht ist im Kern eine Stoffwechselerkrankung. Der Auslöser: ein zu hoher Harnsäurespiegel im Blut, medizinisch als Hyperurikämie bezeichnet. Bleibt die Konzentration dauerhaft zu hoch, lagern sich Harnsäure-Kristalle in Gelenken, Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln ab. Das Resultat sind die typischen, sehr schmerzhaften Entzündungsreaktionen, die einen akuten Gichtanfall auslösen.
Harnsäure ist das Abbauprodukt von Purinen. Purine sind natürliche Stickstoffverbindungen, die sowohl in jeder Körperzelle vorkommen als auch über die Ernährung aufgenommen werden. Je mehr purinreiche Lebensmittel verzehrt werden, desto mehr Harnsäure muss der Körper abbauen und ausscheiden. Klappt das nicht reibungslos, etwa weil die Nieren überlastet sind oder genetisch bedingt weniger effizient ausscheiden, steigt der Harnsäurespiegel.
Aus diesem Zusammenhang ergibt sich eine klare Empfehlung: Eine purinarme Ernährung entlastet den Harnsäurestoffwechsel direkt. Studien zeigen, dass eine konsequent umgesetzte Ernährungsumstellung den Harnsäurespiegel messbar senken kann.

Die häufigsten Mythen rund um die Gicht-Ernährung
Trotz umfangreicher Informationen halten sich in der Praxis einige Missverständnisse hartnäckig. Wir räumen mit den vier gängigsten Mythen auf und erklären, was wirklich dahintersteckt.
Mythos 1: „Eiweißreiche Lebensmittel sind immer purinreich.“
Viele glauben, dass proteinreiche Lebensmittel automatisch den Harnsäurespiegel erhöhen. Das stimmt so nicht: Eier und Milchprodukte enthalten trotz ihres hohen Eiweißgehalts nur sehr wenige Purine. Sie sind daher eine hervorragende Alternative zu Fleisch und liefern gleichzeitig wertvolles Protein. Joghurt, Quark oder Käse lassen sich problemlos in eine purinarme Ernährung integrieren.
Mythos 2: „Fruktose ist unbedenklich, weil sie aus Obst kommt.“
Fruktose kann im Körper den Abbau von Purinen ankurbeln und dadurch den Harnsäurespiegel indirekt erhöhen. Besonders kritisch sind stark gesüßte Getränke, Fruchtsäfte in großen Mengen und industriell verarbeitete Produkte mit Maissirup. Frisches Obst in normalen Portionen ist in der Regel unproblematisch.
Mythos 3: „Ein Glas Wein ist bei Gicht kein Problem.“
Alkohol beeinflusst die Harnsäureausscheidung über die Nieren und kann gleichzeitig die Produktion von Harnsäure steigern. Besonders kritisch ist Bier, da es zusätzlich Purine aus der Hefe enthält. Wein gilt zwar als weniger problematisch, sollte aber dennoch nur in Maßen genossen werden.
Mythos 4: „Wer wenig isst, hat automatisch niedrige Harnsäurewerte.“
Radikales Fasten oder stark kalorienreduzierte Phasen können kurzfristig sogar das Gegenteil bewirken. Beim Abbau von Muskelmasse steigt vorübergehend die Harnsäureproduktion. Eine nachhaltige, ausgewogene Ernährungsumstellung ist deutlich effektiver als kurzfristige Diäten.

Die Ernährung bei Gicht richtig gestalten: Vermeiden Sie diese Lebensmittel
Eine gichtfreundliche Ernährung kann den Harnsäurestoffwechsel effektiv unterstützen und akuten Gichtanfällen vorbeugen. Entscheidend ist dabei die Auswahl purinarmer Lebensmittel und das Vermeiden von stark belastenden Produkten.
| Lebensmittel | Harnsäure (mg) in 100 g | Purin (mg) in 100 g |
|---|---|---|
| Kalbsbries | 1468 | 612 |
| Forelle | 345 | 144 |
| Ölsardinen, abgetropft | 319 | 133 |
| Rinderleber | 292 | 122 |
| Hering | 237 | 99 |
| Putenfleisch, mit Haut | 219 | 91 |
| Schweinefilet | 212 | 43 |
| Erbsen | 171 | 71 |
| Getrocknete Aprikosen | 118 | 49 |
| Weiße Bohnen, gegart | 77 | 32 |
| Lebensmittel | Harnsäure (mg) in 100 g | Purin (mg) in 100 g |
|---|---|---|
| Eiweiß | 0 | 0 |
| Joghurt 1,5 % Fett | 0 | 0 |
| Quark 20% F.i.Tr. | 0 | 0 |
| Honig | 0 | 0 |
| Kaffee (mit und ohne Milch) | 0 | 0 |
| Salatgurke | 8 | 3 |
| Grieß, gegart | 9 | 4 |
| Camembert 45% F.i.Tr. | 10 | 4 |
| Paprika | 15 | 6 |
| Datteln, trocken | 15 | 6 |
Die DASH-Diät: Ein bewährtes Konzept für gichtfreundliche Ernährung
Wer die Harnsäure- und Purinwerte kennt, fragt sich zu Recht: Wie forme ich daraus einen alltagstauglichen Ernährungsplan? Hier bietet die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) einen hilfreichen Rahmen. Ursprünglich entwickelt zur Behandlung von Bluthochdruck, passt dieses Ernährungskonzept erstaunlich gut auch zu einer purinarmen, gichtfreundlichen Ernährung.
So funktioniert die DASH-Ernährung
Das Grundprinzip der DASH-Diät deckt sich weitgehend mit den Empfehlungen für Gicht:
- Viel Gemüse und Obst
- Vollkornprodukte
- Fettarme Milchprodukte
- Pflanzliche Proteine als Basis
- Reduktion von rotem Fleisch, gesättigten Fetten, Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln
Was die DASH-Diät von anderen Ernährungsansätzen unterscheidet: Sie ist wissenschaftlich gut untersucht, auch speziell im Kontext von Gicht.
- In einer randomisierten Studie zeigte sich, dass die DASH-Ernährung den Harnsäurespiegel bereits nach vier Wochen messbar senken konnte, im Durchschnitt um 0,55 mg/dl (1).
- Eine weitere Studie bestätigte diesen Effekt: Es ließ sich durch die DASH-Diät ein signifikanter Rückgang des Harnsäurewerts von durchschnittlich 0,25 mg/dl nachweisen, ebenfalls nach nur vier Wochen (2).
Die DASH-Diät ist kein strenges Verbotssystem, sondern ein praktisches, ganzheitliches Ernährungskonzept. Sie erleichtert die Planung, indem sie Lebensmittelgruppen statt einzelner Werte in den Fokus stellt. In Kombination mit viel Flüssigkeit, moderatem Alkoholkonsum und purinbewusster Lebensmittelauswahl kann sie helfen, den Harnsäurespiegel langfristig stabil zu halten.

Warum Ernährung alleine bei Gicht oft nicht ausreicht
Eine purinarme Ernährung ist bei Gicht einer der wichtigsten Hebel, doch für viele Betroffene reicht sie jedoch allein nicht aus. Der Grund: Gicht entsteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die Ernährung nur teilweise beeinflussen kann, dazu gehören:
- Körpergewicht: Übergewicht kann den Harnsäurestoffwechsel belasten und das Risiko für Gicht erhöhen.
- Bestehende Erkrankungen: zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenerkrankungen beeinflussen negativ die Harnsäureausscheidung.
- Lebensstil: Bewegungsmangel, Alkohol- und Fructosekonsum wirken sich ebenfalls auf die Harnsäurewerte aus.
Daher wird durch Ernährung nur eine Seite des Problems adressiert: Eine Ernährungsumstellung reduziert zwar die Harnsäurezufuhr, greift jedoch nicht direkt die akuten Entzündungsreaktionen an, die einen Gichtanfall auslösen.
Um den Harnsäurestoffwechsel wirksam zu unterstützen, lohnt es sich, gleichzeitig auf zwei Ebenen zu wirken:
- Harnsäure senken durch verbesserte Ausscheidung üver die Nieren
- Entzündungen hemmen durch natürliche Wirkstoffe, die akute Gelenkreaktionen mildern können.
Genau hier setzt eine sogenannte Zwei-Fronten-Strategie an: Harnsäure senken durch Ernährung und gleichzeitig Entzündungen hemmen durch gezielte natürliche Wirkstoffe. Besonders wirkungsvoll zeigt sich hier die Montmorency-Sauerkirsche. Sie vereint beide Effekte in einer Frucht.

Montmorency-Sauerkirsche: Gezielte Ergänzung für gichtfreundliche Ernährung
Die Montmorency-Sauerkirsche wird seit den 1950er Jahren in zahlreichen klinischen Studien auf ihre Wirkung bei Gicht untersucht und die Ergebnisse sind durchweg vielversprechend.
Ihr Geheimnis: Ein besonders hoher Gehalt an Anthocyanen, sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativem und entzündungshemmendem Potenzial. Zusätzlich zeigen Studien Hinweise darauf, dass Sauerkirschen die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren fördern können.
Was die Forschung konkret zeigt:
- Reduziertes Risiko für Gichtanfälle: In einer Untersuchung mit 633 Teilnehmern war regelmäßiger Kirschkonsum mit einer 35 % geringeren Wahrscheinlichkeit für erneute Gichtanfälle verbunden, konzentrierte Extrakte sogar mit bis zu 45 % Risikoreduktion (3).
- Senkung der Harnsäurespiegel: Schon nach einmaliger Einnahme eines Sauerkirschpräparats sank der Harnsäurespiegel im Durchschnitt um 8 % (4).
- Verbesserung von Entzündungswerten: Regelmäßiger Konsum kann laut Studien CRP-Werte im Blut senken, ein Hinweis auf reduzierte Entzündungsaktivität (5).
Tipp für den Alltag: Frische Montmorency-Sauerkirschen sind intensiv sauer, saisonal begrenzt und schwer täglich in ausreichender Menge zu verzehren. Konzentrierte Präparate bieten hier eine praktische Alternative. Vorausgesetzt, sie bestehen ausschließlich aus Montmorency-Sauerkirschen ohne Zusätze.
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Vorteile auf einen Blick:
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- 100 % aus ganzen Kirschen, ohne Zusätze.
- Reich an Polyphenolen wie Anthocyanen & Flavonoiden.
- Optimal bei purinarmer Ernährung und Gicht: Für den spürbaren Unterschied.
Fazit
Eine konsequent umgesetzte Ernährung bei Gicht ist der Schlüssel zur Gesundheit: Purinreiche Lebensmittel reduzieren, ausreichend trinken und Alkohol minimieren bilden die Grundlage. Gleichzeitig lohnt es sich, aktiv auf entzündungshemmende, harnsäureschonende Lebensmittel zu setzen.
Studien zeigen, dass eine Ernährung nach DASH-Prinzipien bereits nach wenigen Wochen den Harnsäurespiegel senken kann. Außerdem sind gezielte natürliche Ergänzungen wie Montmorency-Sauerkirschen sinnvoll, um Entzündungen zu regulieren und die Harnsäureausscheidung zu unterstützen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Ernährung hilft bei Gicht?
Eine purinarme Ernährung kann den Harnsäurespiegel senken und akuten Gichtanfällen vorbeugen. Zusätzlich helfen entzündungshemmende Lebensmittel und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Was versteht man unter einer purinarmen Ernährung bei Gicht?
Sie reduziert Lebensmittel mit hohem Purinanteil, wie Innereien, rotes Fleisch und bestimmte Fischsorten, und setzt auf Milchprodukte, Eier, Gemüse, Vollkornprodukte sowie Wasser und ungesüßte Tees.
Welche Lebensmittel sind bei Gicht gut verträglich?
Gut verträglich sind Milchprodukte (Joghurt, Quark, Käse), Eier, Gemüse wie Gurken, Paprika, Zucchini und Salat, Vollkornprodukte, Wasser, ungesüßte Kräutertees und Kaffee.
Welche Lebensmittel belasten den Harnsäurestoffwechsel?
Problematisch sind Innereien, rotes Fleisch in größeren Mengen, bestimmte Fischsorten wie Hering, Ölsardinen oder Forelle, Putenfleisch mit Haut und Hülsenfrüchte wie Erbsen.
Können bestimmte Diäten bei Gicht helfen?
Ja, die DASH-Diät dient als gute Grundlage für eine gichtfreundliche Ernährung, da sie viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte und pflanzliche Proteine enthält, während rotes Fleisch, Zucker und gesättigte Fette reduziert werden.
Warum reicht Ernährung allein bei Gicht oft nicht aus?
Gicht entsteht aus mehreren Faktoren: Körpergewicht, bestehende Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Nierenprobleme) und Lebensstil beeinflussen die Harnsäureausscheidung. Ernährung greift nur die Harnsäurezufuhr an, nicht die akuten Entzündungen.
Wie kann Montmorency-Sauerkirsche die Gicht-Ernährung unterstützen?
Sie enthält viele Anthocyane, die entzündungshemmend wirken, und kann die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren fördern. Studien zeigen zudem eine Reduktion des Risikos für erneute Gichtanfälle.
Wie lassen sich Ernährung und Lebensstil kombinieren, um Gicht vorzubeugen?
Die Zwei-Fronten-Strategie: Harnsäure senken durch purinarme Ernährung und Ausscheidungsförderung über die Nieren, gleichzeitig Entzündungen durch natürliche Wirkstoffe wie Montmorency-Sauerkirschen hemmen.
Literatur
- Juraschek SP, Miller ER, Wu B, White K, Charleston J, Gelber AC et al. A Randomized Pilot Study of DASH Patterned Groceries on Serum Urate in Individuals with Gout. Nutrients 2021; 13(2). doi: 10.3390/nu13020538.
- Gohari S, Ghobadi S, Jafari A, Ahangar H, Gohari S, Mahjani M. The effect of dietary approaches to stop hypertension and ketogenic diets intervention on serum uric acid concentration: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Sci Rep 2023; 13(1):10492. doi: 10.1038/s41598-023-37672-2.
- Zhang Y, Neogi T, Chen C, Chaisson C, Hunter DJ, Choi HK. Cherry consumption and decreased risk of recurrent gout attacks. Arthritis Rheum 2012; 64(12):4004–11. doi: 10.1002/art.34677.
- Hillman AR, Uhranowsky K. Acute Ingestion of Montmorency Tart Cherry Reduces Serum Uric Acid but Has no Impact on High Sensitivity C-Reactive Protein or Oxidative Capacity. Plant foods for human nutrition (Dordrecht, Netherlands) 2021; 76(1):83–9. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33506357/.
- Gholami A, Amirkalali B, Baradaran HR, Hariri M. The beneficial effect of tart cherry on plasma levels of inflammatory mediators (not recovery after exercise): A systematic review and meta-analysis on randomized clinical trials. Complement Ther Med 2022; 68:102842. doi: 10.1016/j.ctim.2022.102842.