Ein Glas Bier und Chips

Alkohol ist ein Genussmittel und für viele Menschen ein Stück Lebensqualität. Allerdings ist den meisten Menschen auch bewusst, dass Alkohol ein durchaus großes gesundheitsschädliches Potential birgt. Exzessiver Alkoholkonsum führt zu Schäden an Leber, Herz-Kreislauf-System, Gehirn und Bauchspeicheldrüse, fördert Übergewicht und erhöht das Krebsrisiko. Außerdem ist Alkohol letztlich auch eine Droge, deren Suchtpotential noch immer von vielen Menschen unterschätzt wird.

Trotzdem ist ein geringer Konsum von Alkohol für einen Gesunden wahrscheinlich unbedenklich. Das berühmte halbe Glas Wein am Tag kann unter Umständen sogar einen protektiven Nutzen haben, wobei dieser Zusammenhang wahrscheinlich nicht auf den Alkohol, sondern auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen ist. Bei einem ansonsten gesunden Lebenswandel sollte ein maßvoller Alkoholkonsum in der Regel ohne Folgen bleiben.

Ein geringer Alkoholkonsum ist für die meisten Menschen unbedenklich

Anders gestaltet sich die Situation jedoch bei einer vorliegenden Gicht-Erkrankung, da Alkohol indirekt den Harnsäure-Spiegel beeinflusst.

Alkohol wird in der Leber verstoffwechselt. Da der Körper den Alkohol als potentiell giftige Substanz wahrnimmt, werden andere Stoffwechselwege zu Gunsten des Alkohols reduziert, was in letzter Konsequenz auch bei Alkoholikern die Entstehung einer Fettleber bedingt.

In der Niere werden die Abbauprodukte des Alkohols zusammen mit Harnsäure ausgeschieden. Wird nun viel Alkohol zugeführt, will der Körper zunächst diesen möglichst schnell abbauen. In der Folge wird weniger Harnsäure ausgeschieden und der Harnsäure-Spiegel steigt an.

Zu viel Alkohol erschwert die Ausscheidung der Harnsäure

Besonders problematisch ist dabei Bier. Aufgrund der enthaltenen Hefe, führt man mit Bier zusätzlich noch eine größere Menge Purin zu, und unterdrückt gleichzeitig die Harnsäure-Ausscheidung. Eventuell noch verbunden mit einer reichhaltigen Mahlzeit kann das schon mal schnell zu einem Gichtanfall führen.

Im Prinzip ist es also bei Gicht nicht ratsam Alkohol zu konsumieren. Trotzdem wäre es kurzsichtig, einfach einen kompletten Verzicht zu verlangen. Wie bei allen Genussmitteln macht die Dosis hier das Gift. Als Gicht-Patient sollte man versuchen seinen Alkohol-Konsum einzuschränken, und nach Möglichkeit auf besondere Gelegenheiten zu reduzieren. Außerdem ist es ratsam, wenn man Alkohol konsumieren möchte, auf Wein und Spirituosen, anstelle von Bier zurückzugreifen.