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Tee bei Gicht – Welche Teesorten wirklich helfen können

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Vor Tee wurde lange gewarnt, aus Angst das enthaltene Koffein würde zu Harnsäure abgebaut. Ein Befürchtung, die sich zum Glück wissenschaftlich nicht bestätigte. Doch wie sieht es mit Kräutertee und Früchtetee aus – gibt es tatsächlich Sorten, die bei Gicht sogar helfen können?

Weiß, grün, schwarz, Oolong – echter Tee

Zunächst sollte man ganz allgemein zwischen Tee im eigentlichen Sinne und Kräuteraufgüssen unterscheiden: Echter Tee besteht aus den Blättern der Teepflanze. Diese lässt man nach der Ernte verwelken, um sie dann zu rollen und zu sieben.

Abhängig von der Sorte durchlaufen die Teeblätter dann noch einen gezielten Oxidationsprozess, früher auch Fermentation genannt. Nach aufsteigendem Oxidationsgrad erhält man gar nicht oxidierten grünen- und weißen-, teilweise oxidierten Oolong– und vollständig oxidierten schwarzen Tee. Weltweit kann man ein klares Ost-West-Gefälle im Teekonsum beobachten. Während im asiatischen Raum vor allem grüner Tee getrunken wird, bevorzugen Europäer und Amerikaner schwarze Sorten.

Echter Tee enthält Koffein, wobei der Gehalt im fertigen Getränk in der Regel geringer ist als in Kaffee.

Daneben liefert Tee verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, im Wesentlichen Catechin und Epigallocatechin. Diesen Verbindungen werden unterschiedlichste gesundheitliche Vorteile nachgesagt, unter anderem ein positiver Einfluss auf Gefäßelastizität, Blutdruck und verschiedene Krebsarten.

Das enthaltene Fluorid soll das Kariesrisiko senken. Allerdings können bestimmte Polyphenole auch die Eisen-Aufnahme im Darm hemmen, sodass gerade junge Frauen, die häufig unter Eisenmangel leiden, beim Konsum vorsichtig sein sollten.

Tee bei Gicht

Teeaufgüsse

Neben echtem Tee gibt es noch unzählige Aufgüsse, die fälschlicherweise ebenfalls als Tee bezeichnet werden. Ob Kamille, Fenchel, Brennnessel, Pfefferminze, Rooibos, oder Früchtetee, keines dieser Getränke hat etwas mit der eigentlichen Teepflanze zu tun. Es handelt sich in der Regel um getrocknete Kräuter, oder Gewürze, die mit kochendem Wasser aufgegossen werden, um dadurch Inhaltsstoffe aus der Pflanze zu lösen.

Entsprechend enthalten diese „Tees“ auch kein Koffein. Eine Ausnahme bildet der sich immer größerer Beliebtheit erfreuende Mate-Tee. Dabei handelt es sich um einen Aufguss aus Blättern des südamerikanischen Mate-Strauchs, der ebenfalls reich an Koffein ist.

Tees zum Senken der Harnsäure

Es gibt einige Teesorten, die einen positiven Effekt auf den Harnsäurespiegel und damit das Gichtrisiko haben sollen, indem sie die Filterleistung der Niere steigern und dadurch die Harnsäure-Ausscheidung steigern. Sie wirken also schwach diuretisch, was tatsächlich einen gewissen Nutzen bei erhöhtem Harnsäure-Spiegel bieten kann. Auch das Koffein aus Kaffee und Gicht entfaltet eine ähnliche Wirkung. Jedoch sollte man dazu auch immer ausreichend normales Wasser zu sich nehmen, da man ansonsten zwar vielleicht vermehrt Wasser ausscheidet, jedoch gleichzeitig auch durch Abnahme des Blutvolumens die verbliebene Harnsäure aufkonzentriert.

Zu den entwässernden Teesorten gehören

  • Brennnessel
  • Grüner Hafer
  • Ortosiphon
  • Schachtelhalm
  • Löwenzahn

Allerdings sollte man sich nicht allzu viel von der Wirkung dieser Teesorten versprechen, da ihr Potential begrenzt ist. Es spricht jedoch nichts dagegen zusätzlich zu einer angepassten Ernährung und einem gesunden Lebenswandel regelmäßig entsprechende Tees zu trinken und dadurch die Harnsäure-Ausscheidung zu unterstützen.

Von einer ausschließlichen „Therapie“ mit Entwässerungstees bei Gicht ist jedoch dringend abzuraten.

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