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Gicht bei Übergewicht

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Gicht und Übergewicht haben etwas gemeinsam: Beide Erkrankungen beruhen neben einer genetischen Komponente auch auf einem ungesunden Lebensstil. Eine Ernährung mit viel Fleisch, Fertiggerichten, Süßwaren, gepaart mit Alkohol begünstigt sowohl die Entstehung von Übergewicht als auch von Gicht. Die Erkrankungen scheinen sich auch gegenseitig zu verstärken – und sollten gemeinsam bekämpft werden.

Übergewicht bedingt Zivilisationskrankheiten wie Gicht

Übergewicht ist ein weit verbreitetes gesundheitliches Problem. Momentan sind etwa 55% der Deutschen übergewichtig, das heißt haben einen Body Maß Index von >25. Die Krankheit Adipositas wird diagnostiziert bei einem BMI >30 und daran leiden etwa 20% aller Frauen und Männer, die in Deutschland leben (1). Und diese Zahlen steigen stetig, auch bei Kindern und Jugendlichen: momentan ist eins von drei Kindern übergewichtig.

Wie eine Epidemie greift Adipositas in den westlichen Ländern um sich und gilt neben Bewegungsmangel als eine der häufigsten Ursachen für moderne Zivilisationskrankheiten. Neben Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen und Diabetes mellitus umfasst diese Gruppe von Erkrankungen auch die Gicht (siehe auch Was ist Gicht).

Ein gestörter Harnsäure-Stoffwechsel und Übergewicht begünstigen jeweils die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte und Schlaganfälle – die häufigste Todesursache in Deutschland (2). Auch können bei massivem Übergewicht und schlecht ausgebildeter Muskulatur die Gelenke vorbelastet sein, sodass die Entzündungen im Rahmen eines Gichtanfalls verstärkt werden.

Nicht zuletzt ist die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren bei Übergewicht reduziert und gelangt vermehrt in den Kreislauf.

Ein gestörter Harnsäure-Stoffwechsel als Folge von Übergewicht

Die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Gicht sind nicht vollständig geklärt, jedoch kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sich die beiden Krankheitsbilder gegenseitig verstärken. Daraus ergibt sich zugleich, dass eine Gewichtsreduktion als Therapie der Gicht sehr effektiv ist und mit einer direkten Abnahme des Harnsäure-Spiegels einhergeht.

Dabei ist es jedoch sehr wichtig, das Gewicht langsam und allmählich zu reduzieren. Personen, die sich an radikalen Crash-Diäten versuchen, provozieren häufig einen Abbau von Muskelzellen, der in einer Anhäufung von Purinen und letztlich sogar zu einem Anstieg des Harnsäure-Spiegels führt (siehe Fasten bei Gicht).

Sinnvoller ist es stattdessen mit einer ausgewogenen, kalorienreduzierten Ernährung (etwa 500-600 Kalorien unter dem Tagesbedarf – nicht Grundumsatz) und ausreichender Bewegung das Gewicht zu senken. In der praktischen Umsetzung ist es sinnvoll eine kalorienarme Ernährung mit purinarmen Lebensmitteln zu verbinden.

Durch den Verzicht auf Alkohol, Fertiggerichte und Fleisch reduziert man somit nicht nur den Harnsäurespiegel im Blut, sondern gleichzeitig das Gewicht. Als Beispiel für geeignete Lebensmittel eine Tabelle auf der sowohl purinarme als auch purinreiche Lebensmittel mit ihrer jeweiligen Kaloriendichte angezeigt werden (siehe auch Purintabelle und -rechner):

Purinreiche Lebensmittel
Schweinefleisch300 kcal/100g
Rindfleisch250 kcal/100g
Meeresfrüchte100 kcal/100g
Hähnchenfleisch200 kcal/100g
Trockenfrüchte300 kcal/100g
Sojaprodukte150 kcal/100g
Hülsenfrüchte400 kcal/100g
Purinarme Lebensmittel
Gouda350 kcal/100g
Milch45 kcal/100ml
Eier90 kcal/Ei
Kartoffeln70 kcal/100g
Gurke15 kcal/100g
Apfel45 kcal/100g
Tomate20 kcal/100g

Dabei könnte ein beispielhafter Tagesplan so aussehen:

Schale mit Joghurt und Früchten
  • Frühstück:
    Früchte, Joghurt, Walnüsse, gesüßt mit Ahornsirup/Honig. Auch der tägliche Kaffee am Morgen ist erlaubt! Weshalb, können Sie im Blogbeitrag Kaffee bei Gicht erfahren.
  • Mittagessen:
    Ofenkartoffeln mit Quark, rote Bete, geräuchertes Tofu (einziges purinarmes Sojaprodukt)
  • Abendessen:
    gemischter Salat mit Mais, Avocado, Gurke, Tomate mit Olivenöl-Balsamicoessig-Dressing
  • Snack:
    Zartbitterschokolade, Mandeln, Weintrauben

Darauf sollten Sie verzichten

Worauf man definitiv verzichten sollte, ist der Verzehr von Alkohol. Das enthaltene Ethanol in alkoholischen Getränken regt die Harnsäureproduktion einerseits an und hemmt andererseits die Ausscheidung (3). Wer meint, in Bier sei nicht so viel Alkohol, sollte zudem noch wissen, dass die enthaltene Hefe purinhaltig ist.

Neben Alkohol wirkt sich auch ungesundes, fettiges Essen negativ auf den Harnsäure-Stoffwechsel aus, da bei erhöhten Omega-6-Fettsäuren die Harnsäureausscheidung gehemmt wird. Omega-3-Fettsäuren, die in Nüssen, bestimmten Fischen und Olivenöl enthalten sind, wirken sich dagegen positiv auf Gicht aus (4).

Den Harnsäure-Stoffwechsel bei Gicht positiv beeinflussen

Mit gesunder Ernährung lässt sich der Harnsäure-Spiegel über längere Zeit wieder senken. Wer allerdings unter stark erhöhten Konzentrationen im Blut leidet, vor dem ersten Gichtanfall (Symptome der Gicht) steht oder bereits einen Gichtanfall erlebt hat, dem ist eine schnellere Senkung zu empfehlen. Dies gelingt mit Tabletten gegen Gicht, am bekanntesten ist der Wirkstoff Axxxxxxxxxx. Während dieser Stoff die Harnsäureproduktion erfolgreich hemmt, interagiert er jedoch auch mit anderen Medikamenten und birgt somit, wie jedes synthetische Mittel Risiken (5).

Eine natürliche Alternative bietet aber die Montmorency Sauerkirsche. Diese Gattung der Sauerkirsche hat neben ihrer antioxidativen Wirkung, die entzündliche Vorgänge mindert, auch eine positive Wirkung auf den Harnsäurespiegel im Blut. Dieser wird bei regelmäßigem Verzehr nämlich gesenkt, wodurch die Gefahr von Gichtanfällen deutlich reduziert wird (6). Außerdem hemmt sie die Cyclooxigenase-1, wodurch gichtassoziierte Schmerzen gesenkt werden können, ohne Schmerzmittel einsetzen zu müssen (7). Auch im Zusammenhang mit anderen Stoffwechselerkrankungen, beispielsweise Diabetes mellitus Typ 2, hilft die Montmorency Sauerkirsche durch ihren antientzündlichen Charakter und Regulierung des Fettstoffwechsels (8).

Quellen

  1. WHO Europe. Obesity – Data and Statistics. URL: http://www.euro.who.int/en/health-topics/noncommunicable-diseases/obesity/data-and-statistics
  2. Ärzteblatt (19.01.2017). Herz-Kreislauf-Er­krankungen und Krebs häufigste Todesursachen. URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72563/Herz-Kreislauf-Erkrankungen-und-Krebs-haeufigste-Todesursachen
  3. Rasheed, H., Stamp, L. K., Dalbeth, N., & Merriman, T. R. (2017). Interaction of the GCKR and A1CF loci with alcohol consumption to influence the risk of gout. Arthritis Research & Therapy, 19(1), 161. https://doi.org/10.1186/s13075-017-1369-y
  4. Abhishek, A., Valdes, A. M., & Doherty, M. (2016). Low omega-3 fatty acid levels associate with frequent gout attacks: a case control study. Annals of the Rheumatic Diseases, 75(4), 784–785. https://doi.org/10.1136/annrheumdis-2015-208767
  5. Pancytopenia due to the interaction of axxxxxxxxxx with azathioprine or mercaptopurine. (2000). Prescrire International, 9(46), 50. Retrieved from http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11503788
  6. Duven, T., Schwarzl, J. (2016) Montmorency Sauerkirsche: Besserer Schlaf, stärkeres Herz und mehr Beweglichkeit. https://sauerkirsche.info/studien/montmorency-sauerkirschen-buch/
  7. Mulabagal, V., Lang, G. A., DeWitt, D. L., Dalavoy, S. S., & Nair, M. G. (2009). Anthocyanin Content, Lipid Peroxidation and Cyclooxygenase Enzyme Inhibitory Activities of Sweet and Sour Cherries. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 57(4), 1239–1246. https://doi.org/10.1021/jf8032039
  8. Kirakosyan, A., Gutierrez, E., Ramos Solano, B., Seymour, E. M., & Bolling, S. F. (2018). The inhibitory potential of Montmorency tart cherry on key enzymes relevant to type 2 diabetes and cardiovascular disease. Food Chemistry, 252, 142–146. https://doi.org/10.1016/j.foodchem.2018.01.084

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