Eine Waage mit einem Maßband und Apfel darauf.

Übergewicht ist ein weit verbreitetes gesundheitliches Problem. Wie eine Epidemie greift Adipositas in den westlichen Nationen um sich und gilt neben Bewegungsmangel als eine der wichtigsten Ursachen der modernen Zivilisationskrankheiten. Neben Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen und Diabetes mellitus umfasst diese Gruppe von Erkrankungen auch die Gicht.

Übergewicht bedingt Zivilisationskrankheiten

Gicht beruht neben der genetischen Komponente vor allem auf einem ungesunden Lebenswandel (siehe auch Ursachen und Auslöser der Gicht). Eine Ernährung mit viel Fleisch, Fertiggerichten, Süßwaren und wenig Obst und Gemüse, gepaart mit viel Alkohol begünstigt sowohl die Entstehung von Gicht, als auch von Übergewicht. Insofern sind viele Gicht-Patienten auch mehr oder weniger übergewichtig.

Dabei beeinflussen sich der gestörte Harnsäure-Stoffwechsel und das Übergewicht gegenseitig. Zum einen begünstigt beides die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie die Entwicklung von erektiler Dysfunktion. Auch können bei massivem Übergewicht und schlecht ausgebildeter Muskulatur die Gelenke vorbelastet sein, sodass das entzündliche Geschehen im Rahmen eines Gichtanfalls verstärkt wird. Nicht zuletzt ist die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren bei Übergewicht reduziert und es kann sogar zu einer vermehrten Bildung kommen.

Der gestörte Harnsäure-Stoffwechsel und Übergewicht beeinflussen sich gegenseitig

Die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Gicht sind nicht vollständig geklärt, jedoch kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sich die beiden Krankheitsbilder gegenseitig verstärken. Daraus ergibt sich jedoch zugleich auch die Möglichkeit sehr effektiv gegen die Gicht vorzugehen, da eine Gewichtsreduktion direkt zu einer Abnahme des Harnsäure-Spiegels führt.

Dabei ist es jedoch sehr wichtig das Gewicht langsam und allmählich zu reduzieren. Personen, die sich an radikalen Crash-Diäten versuchen, provozieren häufig einen massiven Abbau von Zellen (meist eher Muskeln als Fett), der in einer Anhäufung von Purinen und letztlich sogar zu einem Anstieg des Harnsäure-Spiegels führt. Sinnvoller ist es stattdessen mit einer ausgewogenen, leicht kalorienreduzierten Ernährung und Bewegung das Gewicht zu senken. Eine entsprechende Ernährungsweise lässt sich in der Regel auch effektiv mit der Ernährung bei Gicht kombinieren (siehe auch Ernährung bei Gicht).