Ein Arm eines alten Mannes.

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Gicht – Eine Erkrankung des Harnsäure-Stoffwechsels

Gicht ist eine Erkrankung des Harnsäure-Stoffwechsels, bei der sich Harnsäure-Kristalle in den Gelenken ablagern und starke Schmerzen verursachen. Auch Urikopathie, Arthritis urica, oder Zipperlein genannt verläuft Gicht häufig in Schüben mit schweren Gichtanfällen.

Harnsäure ist ein Abbauprodukt des Purinstoffwechsels (siehe auch Was ist Harnsäure?). Sie liegt gelöst im Blut vor und wird über die Niere ausgeschieden. Beim Gesunden liegt der Harnsäure-Wert im Blut in der Regel unter 6,8 mg/dL, wobei relativ große individuelle Unterschiede normal sind und Männer etwas höhere Werte haben können als Frauen. Insgesamt wird letztlich etwa 0,3 – 0,8 g Harnsäure am Tag über den Urin ausgeschieden.

Harnsäure ist ein Abbauprodukt des Purinstoffwechsels

Steigt die Harnsäure im Blut auf über 7mg/dl wird ihr Löslichkeitsprodukt überschritten. Ähnlich wie bei Salz in Wasser kann Harnsäure nur bis zu einer bestimmten Konzentration im Blut gelöst werden. Bei höheren Konzentrationen beginnt sie schließlich in kristalliner Form auszufallen, es bilden sich sog. Harnsäure-Kristalle.

Diese auch als Urat bezeichneten Kristalle lagern sich in Gelenken und einigen anderen Geweben ab und lösen dort entzündliche Reaktionen aus. Das Immunsystem richtet sich dabei gegen die als Fremdkörper empfundenen Harnsäure-Kristalle. Es kommt zu starken Schmerzen, Schwellung, Rötung und Überwärmung des betroffenen Gewebes, sowie zur Infiltration von Immunzellen. Dieser akute Krankheitsschub betrifft häufig das Großzehengrundgelenk, Handgelenke, oder Knie und kann unbehandelt bis zu zwei Wochen andauern.

Harnsäure-Kristalle können sich in Gelenken ablagern

Gut bei Gicht und wenig Fructose

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Unbehandelt kann dieser Zustand chronisch werden. Durch das anhaltende entzündliche Geschehen können dabei Knochen und Knorpel in nächster Nähe zum Gelenk angegriffen werden und es kann zu charakteristischen Knochendeformationen kommen. Außerdem kann die Niere langfristig durch die erhöhte Ausscheidungsleistung geschädigt werden, was letztlich bis zur Niereninsuffizienz führen kann (siehe auch Begleit- und Folgeerkrankungen).

Neben der Gicht kann eine erhöhte Harnsäure-Konzentration auch in Nierensteinen resultieren. Dabei lagern sich die ausfallenden Harnsäure-Kristalle zu Steinen zusammen. Begünstigt wird dieser Vorgang durch einen niedrigen pH des Urins und eine geringe Flüssigkeitszufuhr.


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