5. Mai 2026

Gicht-Auslöser: Die wichtigsten Risikofaktoren und Trigger eines Gichtanfalls

Sie hatten einen Gichtanfall, oder fürchten den nächsten, und fragen sich: Warum gerade ich? War es das Steak gestern Abend? Das Bier beim Grillen? Oder etwas, das Sie gar nicht auf dem Schirm hatten?

Bei Gicht wirken Auslöser auf zwei Ebenen. Auf der einen Seite stehen Risikofaktoren, die überhaupt erst dazu führen, dass jemand Gicht entwickelt: Veranlagung, Lebensumstände, Begleiterkrankungen. Auf der anderen Seite akute Trigger, die bei einem bereits Erkrankten einen konkreten Schub auslösen.

Wer beide Ebenen kennt, kann gezielt gegensteuern. Dieser Beitrag erklärt zunächst die zugrunde liegenden Risikofaktoren so wie wichtigsten akuten Trigger eines Gichtanfalls. Am Ende finden Sie außerdem eine Anleitung, wie sich die persönlichen Auslöser systematisch identifizieren lassen und einen echten Geheimtipp um Gichtanfälle zu vermeiden.

Wie Gicht entsteht – Das Wichtigste in Kürze

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung. Sammelt sich zu viel Harnsäure im Blut an, beginnt sie ab etwa 6,8 mg/dl zu kristallisieren.

Diese mikroskopisch kleinen, scharfkantigen Kristalle lagern sich bevorzugt in Gelenken ab. Das Immunsystem erkennt sie als Fremdstoffe und reagiert mit einer heftigen Entzündung: Das Gelenk schwillt an, wird heiß, rot und schmerzempfindlich.

Wann ein Anfall auftritt, hängt dabei von zwei Faktoren ab. Zum einen vom grundsätzlichen Harnsäurespiegel, der durch die Risikofaktoren bestimmt wird und zum anderen davon, was diesen Spiegel kurzfristig nach oben treibt oder die Kristallbildung beschleunigt: die akuten Trigger.

Mehr zu den Hintergründen finden Sie im Beitrag über Harnsäure.

Risikofaktoren – warum manche Menschen Gicht entwickeln

Gicht trifft Menschen leider nicht zufällig. Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko, von denen sich einige beeinflussen lassen, andere nicht.

1. Genetische Veranlagung

Ein erheblicher Teil aller Gichtfälle hat eine erbliche Komponente. Die Veranlagung betrifft meist die Niere: Bei Betroffenen scheidet sie weniger Harnsäure aus als bei anderen Menschen, auch bei vergleichbarer Ernährung und Lebensweise.

Eine erbliche Belastung führt nicht automatisch zur Gicht. Wer aber in der Familie bereits Fälle hat, sollte besonders auf die anderen Risikofaktoren achten. Die Effekte addieren sich.

2. Geschlecht und Alter

Männer erkranken deutlich häufiger an Gicht als Frauen. Bei Männern beginnt das Risiko etwa ab dem 40. Lebensjahr zu steigen.

Frauen sind vor den Wechseljahren weitgehend geschützt: Östrogen fördert die Harnsäureausscheidung. Nach der Menopause gleicht sich das Risiko an.

3. Übergewicht und Metabolisches Syndrom

Übergewicht ist einer der am besten belegten Risikofaktoren. Mit jedem Kilogramm zu viel steigt die Harnsäureproduktion, gleichzeitig verschlechtert sich die Ausscheidung über die Nieren (1).

Besonders kritisch wird es beim Metabolischen Syndrom: der Kombination aus Übergewicht (vor allem Bauchfett), Bluthochdruck, gestörtem Zuckerstoffwechsel und ungünstigen Blutfettwerten. Diese Faktoren wirken zusammen und halten den Harnsäurespiegel dauerhaft hoch.

Mehr dazu im Beitrag Gicht bei Übergewicht.

4. Begleiterkrankungen

Verschiedene chronische Erkrankungen erhöhen das Gichtrisiko. Dazu gehören:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Niereninsuffizienz (eingeschränkte Nierenfunktion)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schilddrüsenunterfunktion

Eine zentrale Rolle spielt die Niere, über die der größte Teil der Harnsäure ausgeschieden wird. Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, sammelt sich Harnsäure an. Wer an einer dieser Erkrankungen leidet, sollte den Harnsäurespiegel regelmäßig kontrollieren lassen.

Eine ausführliche Übersicht finden Sie unter Begleit- und Folgeerkrankungen der Gicht.

5. Bestimmte Medikamente

Manche Medikamente können den Harnsäurespiegel erhöhen oder die Ausscheidung über die Nieren beeinträchtigen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt und gleichzeitig erhöhte Harnsäurewerte oder Gichtanfälle hat, sollte das mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Wichtig: Verordnete Medikamente bitte niemals eigenmächtig absetzen. Häufig lässt sich die Therapie nach Rücksprache anpassen.

Akute Trigger – was den nächsten Gichtanfall auslöst

Wer schon einmal einen Gichtanfall hatte, kennt die Frage: Warum gerade heute? Akute Trigger geben bei einem ohnehin erhöhten Harnsäurespiegel den entscheidenden Ausschlag. Sie wirken meist innerhalb von 12 bis 24 Stunden.

1. Purinreiche Mahlzeit

Der Klassiker, aber nicht so eindeutig wie oft angenommen. Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut, eine purinreiche Mahlzeit kann den Spiegel kurzfristig deutlich nach oben treiben (2,3).

Allerdings reagiert nicht jeder Mensch gleich. Manche vertragen gelegentlich Fisch problemlos, bei anderen genügt eine einzelne Portion Hering für einen Anfall.

Besonders purinreich sind:

  • Innereien (Leber, Niere, Kalbsbries): bis zu 612 mg Purin pro 100 g
  • bestimmte Fischsorten wie Forelle, Hering und Sardinen: bis zu 144 mg pro 100 g
  • rotes Fleisch und Geflügel, vor allem Putenfleisch und Schweinefilet: bis zu 91 mg pro 100 g

Oft übersehen werden allerdings Hefeextrakte in Fertiggerichten, kräftige Fleischsoßen sowie größere Mengen bestimmter Hülsenfrüchte wie Linsen oder Erbsen.

Stark unterschätzt ist auch die Fruktose, also Fruchtzucker. Sie selbst enthält zwar keine Purine, wird in der Leber aber so verstoffwechselt, dass dabei Harnsäure entsteht. Zusätzlich behindert eine hohe Fruktosezufuhr die Harnsäureausscheidung (4).

Wichtig: der Kontext der Fruktose-Aufnahme ist entscheidend für das Gicht-Risiko. Aus Süßgetränken und Säften treibt sie die Harnsäure nach oben. Bei anthocyan-reichen Lebensmitteln wie Sauerkirschen oder dunklen Beeren zeigen Studien dagegen einen senkenden Effekt.

Eine Übersicht der Purinwerte finden Sie in den Purintabellen.

2. Alkohol – besonders Bier

In Studien zur Frage, was einen akuten Gichtanfall auslöst, taucht Alkohol fast immer ganz oben auf (3). Er wirkt auf zwei Wegen gleichzeitig:

  • Er hemmt die Harnsäureausscheidung über die Nieren
  • Er kurbelt die körpereigene Harnsäureproduktion an (5)

Besonders kritisch ist Bier, weil es zusätzlich Purine aus der Hefe enthält. Die Kombination aus Alkohol und Hefepurinen macht es zum risikoreichsten Getränk bei Gicht.

Wein und Spirituosen enthalten weniger Purine, hemmen aber dennoch die Harnsäureausscheidung. Schon kleine Mengen können bei empfindlichen Menschen einen Anfall auslösen.

Mehr dazu im Beitrag Alkohol bei Gicht.

3. Flüssigkeitsmangel

Ein unterschätzter Trigger. Wer zu wenig trinkt, riskiert eine Konzentration der Harnsäure im Blut, weil die Nieren viel Wasserbrauchen, um die Harnsäure effektiv auszuscheiden. Ob Sie genug trinken, erkennen Sie an der Farbe Ihres Uris. Er sollte tagsüber möglicht hell und klar sein.

Eine größere Untersuchung zeigte: Männer mit einer Trinkmenge über drei Liter Wasser täglich hatten ein um 58 % geringeres Risiko für erhöhte Harnsäurewerte als Männer mit geringerer Zufuhr (6).

Besonders kritische Situationen:

  • nach intensivem Sport oder körperlicher Arbeit
  • nach dem Saunabesuch
  • bei sommerlicher Hitze
  • während Flugreisen (trockene Kabinenluft)
  • in der Nacht durch Atmung und Schwitzen

Das Durstgefühl meldet sich oft erst, wenn der Körper bereits unter Flüssigkeitsmangel leidet. Verteilen Sie Ihr Trinken daher bewusst über den Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 1,5 L/Tag (7), bei Gicht idealerweise 2,5 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee.

Welche Getränke besonders empfehlenswert sind, lesen Sie unter Getränke, die gut bei Gicht sind.

4. Crash-Diäten und Fasten

Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für Gicht, Abnehmen also grundsätzlich sinnvoll. Allerdings kann zu schneller Gewichtsverlust ebenfalls einen Anfall auslösen.

Bei radikalen Diäten oder strengem Fasten zerfallen Körperzellen schneller, dabei wird Harnsäure freigesetzt. Im Hungerzustand bildet der Körper außerdem sogenannte Ketonkörper, die die Harnsäureausscheidung blockieren. Beides zusammen lässt den Harnsäurespiegel sprunghaft ansteigen.

Sicherer Weg: maximal ein Kilogramm pro Monat abnehmen, kombiniert mit gelenkschonender Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren (8).

5. Stress und Schlafmangel

Dieser Zusammenhang überrascht viele Betroffene. Psychischer und körperlicher Stress fördert die Ausschüttung bestimmter Stresshormone, die wiederum die Harnsäureproduktion ankurbeln. Chronischer Stress verschlechtert zusätzlich die Nierenfunktion (9).

Wer dauerhaft zu wenig schläft, hat eine erhöhte Entzündungsbereitschaft im Körper, ein weiterer Risikofaktor (10).

Selten ist es ein einzelner Auslöser: Stress führt zu wenig Schlaf, man trinkt weniger, greift abends öfter zum Bier. So kommen plötzlich mehrere Trigger zusammen.

6. Temperaturwechsel und Auskühlung

Warum beginnen Gichtanfälle so oft nachts oder am frühen Morgen? Die Erklärung liegt in der Temperatur. Während des Schlafs sinkt die Körpertemperatur leicht ab, Füße und Zehen kühlen zusätzlich aus. Niedrige Temperaturen begünstigen die Bildung von Harnsäurekristallen (2).

Aus demselben Grund ist das Großzehengrundgelenk so häufig betroffen. Es liegt weit vom warmen Körperkern entfernt und kühlt nachts besonders stark aus.

Weitere kritische Situationen:

  • Schwimmen in kaltem Wasser
  • starke Klimaanlagen im Sommer
  • Wintermonate mit kalten Füßen
  • Barfußlaufen auf kalten Böden

Was hilft: die Füße warm halten, besonders nachts. Leichte Socken zum Schlafen sind in kühlen Phasen eine einfache, wirksame Maßnahme.

7. Verletzungen, Operationen und akute Erkrankungen

Auch körperliche Belastungen können einen Anfall auslösen. Ein Sturz, eine Prellung am Großzehengelenk oder eine Operation versetzen den Körper in einen Stresszustand. Dabei wird Harnsäure freigesetzt, die Entzündungsbereitschaft steigt.

Auch fieberhafte Infekte oder Krankenhausaufenthalte können einen Schub auslösen, weil sich Ernährung und Trinkgewohnheiten plötzlich ändern. Wenn ein operativer Eingriff bevorsteht, sollten Sie den Arzt vorab auf Ihre Gichterkrankung hinweisen.

Älterer Man genießt sein Essen

Trigger kommen selten allein

Es ist selten ein einzelner Auslöser, der den Anfall verursacht. Meistens treffen mehrere Faktoren aufeinander. Ein typisches Beispiel:

Ein Geschäftsessen mit deftigem Steak und zwei Bier, am Ende einer stressigen Arbeitswoche mit zu wenig Trinken und kaum Schlaf. Über Nacht kühlen die Füße aus. Am Morgen ist der große Zeh entzündet.

Einzeln wäre jeder dieser Auslöser vielleicht zu verkraften gewesen, in Kombination überschreiten sie die kritische Schwelle.

Sie müssen dehalb nicht jeden Trigger zu 100 % vermeiden. Häufig reicht es, einen von mehreren Faktoren bewusst auszuschalten, um den Anfall zu verhindern.

So erkennen Sie Ihre persönlichen Auslöser

Trigger wirken sehr individuell. Systematische Selbstbeobachtung lohnt sich.

Schritt 1: Tagebuch führen

Notieren Sie über mindestens vier Wochen täglich:

  • was Sie gegessen und getrunken haben (mit ungefährer Menge)
  • Ihre Flüssigkeitszufuhr in Litern
  • Stresslevel auf einer Skala von 1 bis 10
  • Schlafstunden
  • besondere Ereignisse (Sport, Alkohol, Diät, Wetter)

Markieren Sie die 12 bis 24 Stunden vor jedem Gichtanfall besonders.

Schritt 2: Muster erkennen und gezielt testen

Nach zwei bis drei Wochen prüfen Sie, ob sich Gemeinsamkeiten an den Tagen vor Ihren Anfällen zeigen. Bei einem konkreten Verdacht (Bier, bestimmtes Lebensmittel, Schlafmangel) meiden Sie diesen Trigger konsequent für vier bis sechs Wochen.

Werden die Anfälle seltener oder bleiben sie aus, haben Sie einen Hauptauslöser gefunden.

Schritt 3: Kombinationen beachten

Denken Sie an das Multiplikatoren-Prinzip. Ein einzelnes Bier ist meist tolerierbar. Zusammen mit Stress, Flüssigkeitsmangel und einem deftigen Essen kann genau dieses Bier den Ausschlag geben. Riskante Kombinationen sind oft das eigentliche Problem.

Was Sie langfristig tun können

Die persönlichen Trigger zu kennen und zu vermeiden, ist die halbe Miete. Genauso wichtig ist eine grundsätzlich gicht-freundliche Lebensweise:

Ernährung anpassen: purinarm, fruktosearm, mit reichlich Gemüse und Vollkorn (Details unter Ernährung bei Gicht)

  • Ernährung anpassen: purinarm, fruktosearm, mit reichlich Gemüse und Vollkorn
  • ausreichend trinken: 2,5 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag
  • moderates Gewicht halten oder nachhaltig reduzieren
  • regelmäßige Bewegung in gelenkschonender Form
  • Harnsäurewerte im Blick behalten, idealerweise mit einem Harnsäure-Messgerät für zu Hause

Viele Betroffene setzen zusätzlich auf natürliche Unterstützung. Besonders Montmorency-Sauerkirschen haben in den vergangenen Jahren Aufmerksamkeit erfahren. Diese spezielle Sauerkirschsorte enthält besonders viel entzündungshemmende Pflanzenstoffe.

Sauerkirschen am Baum

Warum Montmorency-Sauerkirschen?

Die Sorte enthält besonders viele Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe mit entzündungshemmender Wirkung. Sie können zusätzlich die Harnsäureausscheidung über die Nieren fördern. Mehrere Studien zeigen einen Effekt:

  • In einer Studie mit 633 Teilnehmenden senkte regelmäßiger Kirschkonsum das Risiko erneuter Gichtanfälle um 35 %. Bei Kirschextrakten war die Wirkung sogar noch stärker (Reduktion um 45 %, in Kombination mit Gicht-Medikamenten um 75 %) (11).
  • Eine randomisierte Studie zeigte: Bereits nach einer einmaligen Einnahme von Sauerkirschpräparaten sank der Harnsäurespiegel im Schnitt um 8 % (12).
  • Eine weitere Untersuchung über mehrere Monate ergab geringere Entzündungswerte und weniger akute Anfälle bei täglichem Kirschsaftkonsum (13).

Ein beaknntes und weit verbreitetes Produkt aus Montmornecy-Sauerkirschen ist Cherry PLUS, ein hochkonzentriertes Montmorency-Sauerkirschkonzentrat. Nur 30 ml entsprechen etwa 90 frischen Montmorency-Sauerkirschen, also einer sehr großen Schüssel voll.

Anwender berichten von selteneren Anfällen, schneller abklingenden Schwellungen und mehr Sicherheit im Alltag.

Cherry PLUS ist erhältlich in der (Online-)Apotheke, auf Amazon und direkt beim Hersteller. Die günstigsten Konditionen finden Sie meistens beim Hersteller direkt.

Eine häufig gestellte Frage: Enthält das Konzentrat nicht selbst Fruchtzucker? Ja, 30 ml Cherry PLUS enthalten rund 19 g Zucker. Bei normalen Fruchtsäften wäre das ein klarer Negativfaktor bei Gicht.

Montmorency-Sauerkirschen sind hier ein Sonderfall: Ihre hohe Anthocyan-Konzentration hemmt die Harnsäurebildung und fördert die Ausscheidung so stark, dass der Fruktose-Effekt überkompensiert wird. Genau dieser senkende Nettoeffekt wurde in den oben genannten Studien gemessen.

Wer zusätzlich an Diabetes leidet, sollte den Zuckergehalt mit dem behandelnden Arzt besprechen. Eine zuckerfreie Alternative sind die Cherry-PLUS-Kapseln.

Fazit

Gichtanfälle kommen nicht aus heiterem Himmel, sie folgen erkennbaren Mustern. Auf der einen Seite die Risikofaktoren, die Gicht überhaupt erst entstehen lassen: Veranlagung, Geschlecht und Alter, Übergewicht, Begleiterkrankungen, bestimmte Medikamente. Auf der anderen Seite die akuten Trigger, die einen konkreten Schub auslösen: purinreiche Mahlzeiten, Alkohol (vor allem Bier), Flüssigkeitsmangel, Crash-Diäten, Stress und Schlafmangel, Temperaturwechsel sowie körperliche Belastungen wie Verletzungen oder Operationen.

Der erste Schritt zu weniger Anfällen ist, beide Ebenen zu kennen und die eigenen Auslöser systematisch zu identifizieren. Am besten gelingt das über ein Tagebuch und gezielte Selbsttests.

Sobald die persönlichen Trigger bekannt sind, lässt sich gezielt gegensteuern. Kombiniert mit angepasster Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und gegebenenfalls natürlicher Unterstützung durch Montmorency-Sauerkirschen sinkt die Anfallshäufigkeit bei vielen Betroffenen spürbar.


Häufige Fragen zu Gicht-Auslösern

Welche Lebensmittel sind die häufigsten Gicht Auslöser?

Besonders kritisch sind purinreiche Lebensmittel wie Innereien, rotes Fleisch und bestimmte Fischsorten sowie fruktosereiche Getränke und Snacks. Auch Alkohol, vor allem Bier, gehört zu den häufigsten Triggern eines Gichtanfalls.

Kann Alkohol wirklich einen Gichtanfall auslösen?

Ja, Alkohol gilt als einer der intensivsten Auslöser, weil er sowohl die Harnsäureproduktion steigert als auch deren Ausscheidung hemmt. Bereits geringe Mengen können bei empfindlichen Personen einen Anfall auslösen.

Warum treten Gichtanfälle häufig nachts auf?

Nachts sinkt die Körpertemperatur leicht ab, besonders in Füßen und Zehen. Niedrige Temperaturen begünstigen die Bildung von Harnsäurekristallen, weshalb das Großzehengrundgelenk so häufig betroffen ist.

Ist Flüssigkeitsmangel ein Gicht Auslöser?

Ja. Wer zu wenig trinkt, konzentriert die Harnsäure im Blut. Flüssigkeitsmangel ist ein häufiger, aber oft übersehener Trigger. Empfehlenswert sind 2,5 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag.

Wie erkenne ich meinen persönlichen Gicht Auslöser?

Am zuverlässigsten über ein Gicht-Tagebuch über mindestens vier Wochen mit Notizen zu Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Stress, Schlaf und besonderen Ereignissen. Bei Anfällen helfen die letzten 12 bis 24 Stunden, Muster zu erkennen.

Können Montmorency-Sauerkirschen wirklich helfen?

Studien zeigen, dass Sauerkirschen die Harnsäureausscheidung unterstützen und entzündliche Prozesse reduzieren können. Sie können dadurch zur Senkung der Anfallshäufigkeit und zur Linderung von Beschwerden beitragen.

Welche Risikofaktoren machen mich besonders anfällig für Gicht?

Männliches Geschlecht, höheres Alter (über 45 Jahre), familiäre Vorbelastung, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöhen das Gichtrisiko deutlich. Auch bestimmte Medikamente können den Harnsäurespiegel anheben. Sprechen Sie hier am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

Enthält Sauerkirsch-Konzentrat nicht selbst Fruchtzucker

30 ml Konzentrat enthalten rund 19 g Zucker, darunter Fruktose. Studien an Montmorency-Sauerkirschen zeigen jedoch einen senkenden Effekt auf den Harnsäurespiegel: Die enthaltenen Anthocyane gleichen die Fruktose-Wirkung mehr als aus. Für Diabetiker eignen sich die zuckerfreien Cherry-PLUS-Kapseln.


Literatur

  1. Choi HK, McCormick N, Lu N, Rai SK, Yokose C, Zhang Y. Population Impact Attributable to Modifiable Risk Factors for Hyperuricemia. Arthritis Rheumatol 2020; 72(1):157–65. doi: 10.1002/art.41067.
  2. Prautzsch H, Engel B. DEGAM Leitlinie Nr. 23 – Leitlinie Häufige Gichtanfälle und chronische Gicht 2023.
  3. Kiltz U, Buschhorn-Milberger V, Vaupel K, Braun J. Gicht: aktuelle Epidemiologie, Komorbiditäten, Komplikationen und sozioökonomische Konsequenzen. Aktuelle Rheumatologie 2021; 46(01):36–41. doi: 10.1055/a-1301-1793.
  4. Ayoub-Charette S, Liu Q, Khan TA, Au-Yeung F, Blanco Mejia S, Souza RJ de et al. Important food sources of fructose-containing sugars and incident gout: a systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies. BMJ Open 2019; 9(5):e024171. doi: 10.1136/bmjopen-2018-024171.
  5. Li R, Yu K, Li C. Dietary factors and risk of gout and hyperuricemia: a meta-analysis and systematic review. Asia Pac J Clin Nutr 2018; 27(6):1344–56. doi: 10.6133/apjcn.201811_27(6).0022.
  6. Kachur P, Bambhroliya C, Liang H, Cheriyath P. Hydration and Gout: Looking at New Modes of Uric Acid Management. Arthritis Rheumatol 2017; 10(69).
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Wasser trinken – fit bleiben. 2. Aufl.; 2018.
  8. Tausche A-K, Jansen TL, Schröder H-E, Bornstein SR, Aringer M, Müller-Ladner U. Gout – current diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(34-35):549–55. doi: 10.3238/arztebl.2009.0549.
  9. Çakmur H. Effects of Stress on Human Health. IntechOpen eBooks 2020. https://doi.org/10.5772/intechopen.79782.
  10. Sambou ML, Zhao X, Hong T, Fan J, Basnet TB, Zhu M et al. Associations Between Sleep Quality and Health Span: A Prospective Cohort Study Based on 328,850 UK Biobank Participants. Front Genet 2021; 12:663449. doi: 10.3389/fgene.2021.663449.
  11. Zhang Y, Neogi T, Chen C, Chaisson C, Hunter DJ, Choi HK. Cherry consumption and decreased risk of recurrent gout attacks. Arthritis Rheum 2012; 64(12):4004–11. doi: 10.1002/art.34677.
  12. Hillman AR, Uhranowsky K. Acute Ingestion of Montmorency Tart Cherry Reduces Serum Uric Acid but Has no Impact on High Sensitivity C-Reactive Protein or Oxidative Capacity. Plant Foods Hum Nutr 2021; 76(1):83–9. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33506357/.
  13. Schlesinger N. Pilot Studies of Cherry Juice Concentrate for Gout Flare Prophylaxis. J Arthritis 2012; 01(01). doi: 10.4172/2167-7921.1000101.

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