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Purinarme Ernährung schützt nicht vor Gicht (Artikel)

Das GichtForumPurinarme Ernährung schützt nicht vor Gicht (Artikel)
Andreas E fragte vor 5 Jahren

…purinreiche Ernährung dagegen schon? Bin eben über diesen interessanten Artikel hier gestolpert und wollte einmal nachhorchen, was ihr so davon haltet?: Klick mich.
Ein kleiner Lichtblick für alle Bohnen- und Erbsenliebhaber. Entgegen bisheriger Annahmen soll eine purinreiche pflanzliche Ernährung die Gicht wohl nicht verschlimmern, sondern ihr sogar entgegenwirken. (Erbsensuppe, ich komme!)

6 Antworten
antwortete vor 5 Jahren

Hallo Andreas, als neuer Nutzer von GichtForum finde ich den von dir verlinkten Artikel aus einer schweizerischen Zeitschrift für Ernährungsmedizin von 01/2013 sehr interessant. Der erstgenannte Autor ist laut Korrespondenz-Adresse am Ende des Artikels Arzt an einem Krankenhaus. Die Website des angegebenen Krankenhauses weist ihn als Ärztlicher Direktor aus. Der Titel des Artikels „Gicht: Die traditionelle purinarme Diät ist out“ ist unglücklich gewählt. Out ist nicht die gesamte Diät, sondern nur die Diät bei proteinreicher pflanzlicher Kost mit hohem Puringehalt, wie es schon in der Zusammenfassung am Anfang des Artikels präzisiert wird. Du hast im Forum-Text ja auch darauf hingewiesen (Erbsensuppe). Für mich galt bislang, auf alle stark purinhaltigen Lebensmittel zu verzichten. Bei Hülsenfrüchten ist mir das nicht schwer gefallen, die mag ich nicht so gerne. Aber bei Spinat, Grünkohl, Spargel usw. werde ich den Verzicht in Zukunft aufgeben und beobachten, was passiert. Bei denen ist der Puringehalt auch gar nicht so hoch, wie bislang angenommen Für die Autoren ist die „wichtigste Erkenntnis“ der ausgewerteten amerikanischen Studien, dass „auch fruktosehaltige Nahrung und Getränke und insbesondere mit Fruktose gesüßte Limonaden die Harnsäure und das Gichtrisiko erhöhen“. Das ist mir erst seit Lesen von Beiträgen im Blog dieser Website bekannt und ist für mich nach Jahren die Erklärung dafür, warum ich seit Absetzen eines Frucht-Sirups keinen Gicht-Anfall mehr hatte. In dem Artikel wird erklärt, warum auf den Genuss von Bier verzichtet werden sollte. War mir zwar bekannt, aber bislang bei einem angegebenen Puringehalt von 4g pro 100mL bei Pils nicht einsehbar. Jedenfalls nicht bei geringen Mengen. Die Autoren schreiben, dass die in Bier enthaltene Hefe „reich an Guanosin ist und so die Purinbelastung erhöht“. Nach meiner aktuellen Information gehört Guanosin nicht zu den Purinen, wird aber, laut Purin-Metabolismus bei Wikipedia, zum Purin Guanin abgebaut. (Guanosin ist ein Molekül Gunanin verbunden mit einem Molekül des Zuckers Ribose). Wenn die für Bier angegebenen Purinwerte (Hefeweizen 12g/100mL) das aus Guanosin entstehende Purin Guanin nicht enthalten, muss es noch zum Wert addiert werden. Die Ausscheidung der aus den beiden Purin-Quellen im Bier entstehenden Harnsäure wird zusätzlich noch durch den im Bier enthaltenen Alkohol gehemmt. In dem Artikel wird auch die gegenseitige Beeinflussung von Gicht (Hyperurikämie) und Diabetes Typ 2 erklärt. Die Bezeichnung Diabetes Typ 2 erscheint zwar nur an einer Stelle, die an mehreren Stellen genannte „Insulin-Resistenz“ ist aber die physiologische Ursache von Diabetes Typ 2. Dass Kaffee die Harnsäurekonzentration senkt, ist mir neu. Bisher war mir bekannt, dass er ohne Auswirkungen auf den Harnsäurespiegel getrunken werden kann. Eine senkende Wirkung würde aber erklären, warum ich als neuer Kaffee-Trinker von Kaffee aus dem Automaten mit dem neu angeschafften Harnsäure-Messgerät schon Nüchtern-Werte im Bereich von 5,0 bis 5,3 mg/dL gemessen habe. (Ich hatte aber auch schon Messwerte im Bereich 6,7 bis 7,1 mg/dL, was dafür spricht, dass die Messergebnisse des Gerätes nicht total daneben liegen.) An zwei Stellen weisen die Autoren darauf hin, dass „eine rasche Senkung der Serumharnsäure Gichtschübe provozieren kann“. Warum das so ist, wird von ihnen aber nicht erklärt. Dass die bei Überschreitung des Löslichkeitsproduktes der Harnsäure im Blut entstehenden Salzkristalle einen Gichtanfall auslösen können, versteh ich ja. Warum auch die rasche Abnahme der Harnsäure-Konzentration einen Gichtanfall auslösen kann, hätt‘ ich doch gern gewusst. Vielleicht kann das ja jemand von GichtForum erklären. GrußJens

Thorsten antwortete vor 2 Jahren

Hallo Jens,

ich finde die aktuellen Erkenntnisse ebenfalls sehr interessant.

Wenn man nach dem Bauchgefühl geht macht es auch irgendwie Sinn, dass auch purinreiches Gemüse bei Gicht vorteilhaft ist. Es ist nunmal Gemüse.

Das Alkohol und Zucker schädlich sind ist letztlich auch erwartbar, da beide ganz allgemein nicht gesund für den Körper sind.

Danke für die vielen Infos!

hannawirz antwortete vor 2 Jahren

Der Artikel schein mir äusserst interessant. Jedoch möchte ich hier anbringen, dass eine purinarme Kost bei mir sehr viel geholfen hat. Dadurch hatte ich zwei Jahre lang keinen Gichtschub.

Jonathan909 antwortete vor 2 Jahren

Hallo, ich hatte tatsächlichlich ein Jahre lang keinen Gichtschub mehr. Wie bei @hannawirz, Dank einer puninarmen Kost.

MariaMaria antwortete vor 2 Jahren

Schon beim Beginn des Lesens mega interessant. Dank der purinarmen Kost hatte ich schon länger keinen Anfall mehr. 

MariaMaria antwortete vor 2 Jahren

Schon beim Beginn des Lesens mega interessant. Dank der purinarmen Kost hatte ich schon länger keinen Anfall mehr. 

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